Herzlich willkommen auf BESSERKUNST.de

dem Onlineportal der GALERIE AN DER FRAUENKIRCHE 20 in Dresden.

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Einladung Ausstellungseröffnung Andreas Zimmermann 31. März 2012

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Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 21. Januar 2012,  in der Hausärzlichen Praxis für Allgemeinmedizin Felicitas Jendral.

Einladung Ausstellungseröffnung René Grodde 21. Januar 2012

 

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Ausstellung bis zum 28. Februar 2012 in unseren Geschäftsräumen "An der Frauenkirche 20"!

Einladung Ausstellungseröffnung 21. Mai 2011

 

Rede zur Eröffnung der Ausstellung "o.T. - Tagebilder" von Steffen Schiemann am 21. Mai 2011
Laudator: Hans-Holger Malcomeß (Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker M.A.)

Liebe Gäste, heute abend möchte ich mit Ihnen über verschiedene Ausdrucksformen des künstlerischen Schöpfungsaktes sprechen. Vor allem aber darüber, inwiefern sich in den hier ausgestellten Werken von Steffen Schiemann (s)ein ursprünglicher Schöpfungsantrieb erhalten hat. „o.T.“ heisst „ohne Titel“, doch welchen konkreten Titel hätte man wählen sollen, wenn es in erster Linie um ungesteuerte äußere Manifestionen innerer Bewußtseinszustände geht? Aus meiner Sicht käme als alternativer Ausstellungstitel nur „Tagebücher“ oder noch besser „Tagebilder“ in Frage. Allerdings träfe diese Bezeichnung nur zum Teil zu, da Tagebücher in der Regel Ergebnisse bewußter sowie häufig auch zielgerichteter individueller Reflexion darstellen. Steffen Schiemann läßt sich dagegen weder als ein Künstler einordnen, der seine natürliche Umgebung möglichst realitätsnah oder doch zumindest in ihren strukturellen Grundzügen abbilden will, noch ist er jemand, der bewusst eine langwierige und intensive Innenschau betreibt, um anschließend genau geplant deren Ergebnisse in Formen und Farben zu gießen. Es sind andere Dinge, die ihn bewegen. Neben dem existenziellen Druck, der bekanntermaßen das Schaffen der meisten bildenden Künstler viele Jahre antreibt, bevor ihnen die aus ihrer Sicht gebührende Anerkennung zuteil wird, ist es das unbewußte Fliessenlassen von tatsächlich Erlebtem, von mental Verarbeitetem und von emotional Erfahrenem, das sich in seinen Werken realisiert. Und zwar in genau dem künstlerischen Rahmen, welcher Steffen Schiemann durch die verwendeten Materialien und die jeweiligen Formate vorgegeben wird.


Liebe Gäste, vergessen Sie deshalb angesichts seiner Werke eventuell sich aufdrängende Fragen wie „Was will uns der Künstler damit sagen?“ oder „Welche Elemente hat Steffen Schiemann in seinen Werken verwendet und was ist deren symbolischer Gehalt?“. Jeder Versuch einer eindeutigen Bilddeutung wird an der für Außenstehende geltenden inhaltlichen Irrelevanz der dargestellten Strukturen scheitern müssen. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass diese Werke nicht geschaffen worden sind, um zielgerichtet zum Betrachter zu sprechen. Sie sind keine bewußt geplanten Ausdrucksformen visueller Kommunikation, mittels derer der Künstler die Welt erklären, verbessern oder verändern will. Vielmehr spiegeln sie wider, was Steffen Schiemann zu ganz konkreten Zeiten aus sich heraus gelassen hat, oder - um es deutlicher zu sagen - was ihm die jeweils verwendeten Materialien erlaubt haben, aus sich herauszulassen. In jenen Momenten ist der Künstler Teil einer universalen Schöpfungskraft, die grundsätzlich in jedem von uns angelegt ist, aber von jedem Menschen vollkommen anders gefiltert wird.
Insofern sehen Sie, liebe Gäste, in den großformatigen abstrakten Ölbildern an den Wänden dieser Galerie vor allem Momentaufnahmen seiner persönlichen Verfasstheit zu unterschiedlichen Lebenszeiten. Geschöpft aus einem reichen Vorrat an Erfahrungen, an Eindrücken, an Gefühlen. Gleichsam Tagebücher, unbewußt verdichtet und teilweise mehrfach überschrieben - von der Seele geschrieben. Zeitabdrücke seiner Persönlichkeit, einzigartig und eigentlich nicht für die große Öffentlichkeit bestimmt. Sie konservieren annähernd die Ursprünglichkeit seines künstlerischen Schöpfungsaktes. Kraftvoll, direkt und nicht verkopft. Auf jeden Fall authentisch und ausdrucksstark.


Doch gibt es weitere Facetten seines künstlerischen Schaffens. Dazu gehören eine ausgeprägte Experimentierfreude im Umgang mit verschiedenen Materialien und Techniken. Zum Beispiel sei hier die zwölfteilige Serie „Acryl auf Papier“ erwähnt, die Sie im Konferenzraum finden. Deren metallisch anmutende Ausstrahlung ist durch die Beimischung eines Kupferextraktes herbeigeführt worden. Oder nehmen Sie die drei kleinen Werke an der Fensterfront dieses Empfangsraums: „Öl, Lack, Zeichnung auf Papier auf Leinwand“. Oder die beiden Werke im Eckraum: „Öl, Lack, Zeichnung auf Papier auf Spanplatte“. Oder die drei Werke im mittleren Raum: „Acryl auf mit PVC beschichteten Aluminiumblech“. Oder die Vierer-Serie im vorderen Raum: „Acryl und Öl auf Leinwand“. Oder im gleichen Raum gegenüber die Zwölfer-Serie „Öl, Lack, Zeichnung auf Papier auf Leinwand“. Diese nicht alltägliche collagenhafte Kombination verschiedenster Materialien schafft ungewohnte kreative Spannungsfelder und eröffnet uns als phantasiebehafteten Betrachtern neue Horizonte, hinter denen die weitere künstlerische Entwicklung von Steffen Schiemann zwar erahnt, aber ihre zukünftige Richtung nicht wirklich vorhergesagt werden kann. Doch wie heisst es so treffend: „Hinterm Horizont geht‘s weiter“ - und ein stabiles Fundament ist mit den hier gezeigten Werken in jeder Hinsicht gelegt. Liebe Gäste, heute abend sind es die Tagebilder Steffen Schiemanns, welche die Wände schmücken. Und sicher haben Sie Ihre eigenen Tagebilder im Kopf oder auch ihre Tagebücher zu Hause - mit vermutlich anderen Erfahrungen, anderen Erlebnissen, anderen Gefühlen. Trotzdem und gerade deshalb sind Sie sind herzlich eingeladen, sich auf die hier ausgestellten persönlichen Zeitabdrücke des Künstlers einzulassen. Vielleicht entdecken Sie Ähnlichkeiten, Parallelen oder sogar Überschneidungen. Lassen Sie sich anregen - ob mit oder ohne Titel.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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